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Eigene4Wände: Mut zur Deko!
Julia
hat eine tolle Altbauwohnung in Helmstedt und viel künstlerische Energie:
Skulpturen, Masken und Bilder bevölkern Wände und Böden, Regale und Borde.Daraus
entsteht eine ganz individuelle Komposition mit viel Atmosphäre und noch
mehr Farbe. Und ein gutes Beispiel für alle, die ihre kleinen und großen
Werke unterm Bett oder auf dem Dachboden verstecken. Keine Hemmungen, Leute:
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Es muss ja nicht gleich große
Kunst sein, was man in seiner Freizeit zu Papier bringt
oder bastelt. Wichtig ist, dass es von einemselbst ist
und somit persönlich und einzigartig. Und warum sollten diese
Dinge dann nicht die Persönlichkeit
der Wohnung oder des Zimmers unterstreichen?
"Ich habe auch Phasen gehabt, in denen ich meine eigenen Bilder
nicht anschauen mochte. Aber man sollte versuchen, Hemmungen abzubauen",
meint Julia Wagner. Bei Julia muss es Kunst sein,
sie verdient ihr Geld damit. Nach dem Fachabiin Gestaltung
brachte sie diverse Praktika hinter sich und
ging vor ein paar Jahren mit ihren Kreationen an die Öffentlichkeit.
Reich wird man damit nicht unbedingt gleich, weshalb sie demnächst
zwei weitere Standbeine aufbauen möchte: eine Kunst-Event-Agentur
und ein Kunsttherapie- Studium in Bochum.
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Noch wohnt sie allerdings in
Helmstedt, der ehemaligen Grenzstadt zwischen Braunschweig
und Magdeburg. Eigentlich möchte sie auch nicht weg, obwohl
sie eher zufällig hier gelandet ist: "Ich habevorher
in der sachsen-anhaltinischen Provinz gewohnt, ineiner
großen Doppelhaushälfte mit freier Sicht in
jede Richtung. Aber das Haus wurde immer schwieriger
zu bewohnen, es war alt und feucht und kaum beheizbar. Schließlich
habe ich mich entschlossen zu
kündigen. Dann wusste ich: Jetzt hast du drei
Monate Zeit, etwas Neues zu
finden." Sie fand. In Helmstedt eben,
mitten in der Fußgängerzone. "Es ist so groß
wie möglich und gleichzeitig so billig wie möglich",
erzählt Julia. Und schön: Altbau saniert, vier
Zimmer plus Küche und Bad, zusammen etwa 110 Quadratmeter,
Dielen im Flur, Parkett in den Wohnräumen, 400 Euro warm.
"Ich hab auch noch drei Monate mietfrei rausgehandelt, weil ich
selbst renovierern wollte." Jetzt ist die Wohnung Lebens-,
Arbeitsund Ausstellungsraum im einem. Außerdem
eine Art Tierheim: Die drei Katzen "Ivan", "Tiddy" und "Der Dicke"
sowie Hund "Spiky" streunen beim Fotoshooting neugierig um unsere
Beine herum, während wir immer wieder neue Details
entdecken, die den Besuch bei Julia
zueinem Slalom der Eindrücke werden
lassen.
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"Farbe ist für mich besonders wichtig"
, sagt die Hausherrin: "Ich spiele sehr gern
mit Komplementärfarben und Hell-Dunkel-Kontrasten
." Erst bei näherem Hinsehen bemerkt man, dass die
bunten Masken, die die Wände des Flurs schmücken,
zum Teil Bärte aus alten Kämmen, Münder
aus entrosteten Dosenöffnern und Nasen aus
urzeitlich anmutenden Steckdosen besitzen. Neben unzähligen
Bildern stechen darüber hinaus eine riesige Pappmaché-
Mama und ihr kleiner Prinz ins Auge, momentan arbeitet
Julia an überdimensionalen Brötchen, die man
sich auch in den Garten stellen kann: Drinnen
versteckt sich ein gelber Sack, gefüllt mit Zeitungsschnipseln.
Dann wird eine Papp-Pampe drumherum gekleistert und entsprechend
geformt, diese Form mit Papier beklebt und mit Betonfarbe grundiert,
sodass die Objekte Wetterfest bleiben. Zum Schluss kommt der brötchenfarbige
Anstrich drauf. Das ist lustig und ganz nach JuliasMotto:
"Kunst soll zum Lachen bringen, Kunst ist Leben und Freude."
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Freude macht jedoch nicht
nur die Kunst in dieser Wohnung, wobei das ohnehin Geschmackssache
ist. Allein die Möbel erzählen tausend Geschichten:
Der antike Kleiderschrank im Schlafzimmer, ein
Erbstück von der Oma. Der nostalgische Herdvom
Sperrmüll. Das Teeschränkchen über
dem Esstisch von der Deponie ("Die Leute da kennen mich schon
und sortieren gleich die Sachen aus, die mir gefallen könnten.").
Die rustikale Küchenvitrine, die sie beim
Antiquitätenhändler gegen ein Bild eingetauscht hatte.
Ihr künstlerisches Selbstverständnis sieht Julia fast
philosophisch: " Kunst ist eine Entwicklung. Man bleibt
nicht stehen, sondern gelangt immer an Punkte, an denen etwas
Neues beginnt." Schön, dass es mit dem Wohnen genauso
ist.
Infos über Julia:
www.jujax.de
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Uncool?

Mit 30 noch „oben, bei Mutti“ wohnen? Das ist doch uncool!
... mehr
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